Ratgeber Kaution
Charter-Kautionsversicherung: was sie zahlt und was bei Ihnen bleibt
Stand
Eine Kautionsversicherung erstattet ganz oder teilweise die Kaution, die ein Vercharterer nach einem Schaden am Boot einbehält. Die Tarife unterscheiden sich vor allem in einer Frage: Zahlen sie nur, wenn Ihre Crew den Schaden verursacht hat, oder auch, wenn die Basis die Kaution für einen Schaden einbehält, den Sie nicht verursacht haben? Diese Seite zeigt, was die Anbieter selbst veröffentlichen, was bei Ihnen bleibt und welche Unterlagen ein Schadenfall braucht.
Wie hoch die Kaution ist
Vercharterer bieten meist zwei Wege an: eine hohe Kaution oder eine tägliche Schadenverzichtsgebühr (Damage Waiver) mit kleinerer Kaution. Die veröffentlichten Zahlen von Sunsail (außerhalb Italiens, in US-Dollar) zeigen den Unterschied (Sunsail, Yacht Damage Waiver):
| Boot | Kaution ohne Waiver | Kaution mit Waiver | Waiver pro Tag |
|---|---|---|---|
| Einrumpfboot, 35 bis 39 Fuß | 5.080 $ | 693 $ | 85 $ |
| Einrumpfboot, 40 bis 49 Fuß | 6.175 $ | 842 $ | 90 $ |
| Katamaran, 42 bis 44 Fuß | 8.005 $ | 1.091 $ | 140 $ |
| Katamaran, 45 bis 49 Fuß | 10.505 $ | 1.433 $ | 145 $ |
Für die Versicherung sind zwei Bedingungen wichtig. Erstens deckt der Waiver keine Fahrlässigkeit: Bei Schäden durch „negligence or reckless conduct“ haften Sie laut Sunsail und The Moorings für den vollen Schaden (The Moorings, Yacht Damage Waiver). Zweitens verlangt Sunsail von Kunden, die ihren Waiver bei einem Dritten gekauft haben, bei Ankunft die volle Kaution nach Option 2 (Sunsail). Prüfen Sie die entsprechenden Klauseln in Ihrem eigenen Chartervertrag, bevor Sie eine Police abschließen.
Was die Anbieter nach eigenen Angaben zahlen
Die Tabelle gibt den veröffentlichten Wortlaut und die Zahlen der Anbieter wieder. Sie ist keine vollständige Marktübersicht, und Preise ändern sich; die aktuellen Bedingungen stehen hinter dem Link.
| Anbieter | Was gezahlt wird | Selbstbeteiligung | Grenzen und Bedingungen |
|---|---|---|---|
| Yacht-Pool | „Berechtigte Einbehalte der Kaution“, wenn sie „vom Skipper und/oder der Crew verursacht wurden“ | 5 % des versicherten Kautionsschadens, mindestens 50 € | Bis 10.000 € (mehr auf Anfrage); Jahresdeckung, weltweit |
| Pantaenius | „Das vollständige oder teilweise Einbehalten der Kautionssumme durch den Vercharterer für einen an dem gecharterten Boot inklusive Motor und Beiboot eingetretenen Schaden. Egal, ob berechtigt oder unberechtigt.“ | „Keine Selbstbeteiligung für Schäden über 100 €“ | Kautionen von 500 € bis 20.000 € in 500-€-Schritten; Törns von 1 bis 60 Tagen; Beispiel: 191,53 € für eine Motorbootcharter mit 2.500 € Kaution über 7 Tage |
| Schomacker | Die einbehaltene Kaution nach einem Schaden an der Yacht, einschließlich „loses Inventar, das zum Führen der Yacht benötigt wird, wie z. B. Fender, Winschkurbel, Segel, Leinen, Anker“ | Keine | 75 € bis 500 € Kaution, 430 € bis 5.000 €, 1.700 € bis 20.000 €; ein Törn bis 56 Tage; nur mit Wohnsitz in der EU, in Liechtenstein oder Island |
| Sealogy | Einbehalt der Kaution nach einem Schaden an der Yacht, der vom Versicherungsnehmer oder seiner Crew verursacht wurde (Seite auf Englisch) | 10 % der Kaution, mindestens 100 € | Bis zur vereinbarten Versicherungssumme |
| Yachting.com | Verlust der Kaution nach einem Schaden durch Fahrlässigkeit des versicherten Skippers oder der Crew (Seite auf Englisch) | BASIC: 20 %, mindestens 100 €. EXTRA: 10 %, mindestens 50 € | Für Crew und Skipper mit EU-Staatsbürgerschaft |
| SamBoat | Bis 5.000 € der Kaution, über Gritchen oder Mutuaide (Seite auf Englisch) | 10 %, mindestens 200 € | Ausgeschlossen sind ästhetische Schäden wie Kratzer, Flecken und Dellen, Verschleiß, Diebstahl oder Verlust und Schäden am Spinnaker |
Was die Kautionsversicherung bei Ihnen lässt
- Schäden, die Ihre Crew nicht verursacht hat, bei den meisten Tarifen. Yacht-Pool, Sealogy und Yachting.com beschreiben ihre Deckung als Schaden durch Skipper oder Crew. Yacht-Pool nennt als ungerechtfertigte Einbehalte Schäden, die „nicht durch schuldhaftes Handeln des Skippers oder seiner Crew verursacht wurden, sondern z.B. auf mangelhafte Konstruktion oder Materialermüdung zurückzuführen sind“, und rät: „Bitte klären Sie in solchen Fällen mit dem Vercharterer, warum Sie für Schäden haften sollen, für die Sie keine Schuld trifft“ (Yacht-Pool, Charter-Kautionsversicherung). Dieses Gespräch führen Sie mit der Basis, und was Sie beim Check-in festgehalten haben, bringen Sie dazu mit.
- Die Selbstbeteiligung. Außer bei den Tarifen ohne Selbstbeteiligung zahlen Sie den ersten Teil jedes Schadens selbst: von 5 % bei Yacht-Pool bis 20 % bei Yachting.com BASIC, jeweils mit Mindestbetrag.
- Optische Schäden, bei manchen Tarifen. SamBoat schließt Kratzer, Flecken und Dellen aus (SamBoat). Prüfen Sie diese Zeile in jeder Police.
- Schäden an anderen Booten. Im Fallbeispiel von Schomacker heißt es: „Der Schaden an fremden Schiffen ist nicht über die von der Crew abgeschlossene Kautionsversicherung gedeckt“; dafür ist die Skipper-Haftpflichtversicherung da (Schomacker, „Chartertörn mit Schadenfall: Wer zahlt was?“).
- Wohnsitz und Staatsangehörigkeit. Schomacker und Yachting.com versichern nur mit Wohnsitz in der EU oder mit EU-Staatsbürgerschaft, wie in der Tabelle oben.
- Zeit und Papierkram. Der Versicherer erstattet erst, wenn die Basis das Geld einbehalten hat und Sie die unten genannten Unterlagen geschickt haben.
Welche Unterlagen die Versicherer im Schadenfall verlangen
Jeder Versicherer zahlt gegen Unterlagen. Diese nennen die Anbieter auf ihren öffentlichen Seiten:
| Anbieter | Genannte Unterlagen |
|---|---|
| Yacht-Pool, Schadenmeldung | Schadensfotos („bitte in niedriger Auflösung“), eine detaillierte Reparaturrechnung mit Arbeitslohn, Material und Mehrwertsteuer getrennt, ein Nachweis über die einbehaltene Kaution und Ihre Bankverbindung |
| Yacht-Pool, Versicherungsseite | „Eine Quittung und ggf. eine entsprechende Reparaturrechnung“ zusammen mit „einen Schadenbericht, der von allen Crewmitgliedern unterzeichnet ist, unmittelbar nach Ihrer Ankunft zu Hause“ |
| Pantaenius, Schadenservice | Chartervertrag, Nachweis des Schadens (Schadenfotos, Polizeibericht, Bescheinigung) und die vor Ort bestätigte Crewliste des Vercharterers (Seite auf Englisch) |
| PlainSailing (eine Agentur, kein Versicherer) | Mit Kautionsversicherung: Fotos des Schadens und eine aufgeschlüsselte Quittung mit Schäden und Beträgen, weil der Versicherer diese Unterlagen prüfen will (Seite auf Englisch) |
Keine dieser Seiten verlangt ein Check-in-Protokoll des Kunden. Die Schadenakte entsteht beim Check-out, aus Quittung und Rechnung der Basis. Ob ein Einbehalt berechtigt ist, hängt aber vom Zustand des Boots am ersten Tag ab, und den zeigt nur der Check-in.
Vor dem Abschluss: fünf Fragen
- Zahlt die Police nur für Schäden durch Ihre Crew, oder auch, wenn die Basis die Kaution für einen Schaden einbehält, den Sie nicht verursacht haben?
- Wie hoch ist die Selbstbeteiligung, und gibt es einen Mindestbetrag?
- Sind Kratzer, Beiboot, Außenborder, Ruder oder Grundberührung ausgeschlossen? Yacht-Pool weist darauf hin, dass Angebote von Vercharterern oft genau diese Ausschlüsse haben: „Grundberührung, Schäden am Ruder, dem Dinghi, Kratz- und Schrammschäden oder dem Außenbordmotor“.
- Können Sie die Police mit Ihrem Wohnsitz abschließen, und gilt sie im Revier, in dem Sie segeln?
- Verlangt der Vercharterer dann die volle Kaution, wie Sunsail bei einem Waiver von einem Dritten?
Wo ein Check-in-Protokoll hilft
Die Versicherung zahlt, was Ihre Crew beschädigt hat. Ein Check-in-Protokoll deckt den anderen Fall ab: die Macke, die schon da war. Gehen Sie das Boot in fester Reihenfolge ab, fotografieren Sie jeden Punkt und lassen Sie die Basis festhalten, was Sie finden, bevor Sie unterschreiben. Die Reihenfolge und was zu fotografieren ist, steht in der Check-in-Checkliste (auf Englisch).
Dockproof geht diesen Rundgang mit Ihnen auf dem Handy ab, auch ohne Netz. Jedes Foto wird mit Uhrzeit, Position und SHA-256-Prüfsumme gespeichert. Wenn Sie den Check-in mit Verbindung abschließen, werden die Prüfsummen auf dem Server mit dessen eigener Uhrzeit verankert: ein Protokoll, das keine der beiden Seiten nachträglich ändern kann. Beim Check-out zeigt die App jedes Check-in-Foto neben dem neuen, und der PDF-Bericht listet Schäden zuerst, bereit für die Schadenmeldung oder die Antwort an die Basis.
Machen Sie den Check-in auf dem Handy und legen Sie den Bericht zu Ihrer Police.
Check-in startenKostenlos, ohne Anmeldung. Funktioniert im Flugmodus.